Jobwechsel im Lebenslauf: Die besten Tipps für Jobhopper

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf werden immer gewöhnlicher. Ein lebenslanges Engagement beim gleichen Unternehmen entwickelt sich dagegen zum Auslaufmodell. Doch zu viele Jobwechsel in zu kurzer Zeit rufen noch immer Misstrauen hervor. Sie suggerieren Sprunghaftigkeit und fehlendes Durchhaltevermögen, um nur zwei negative Eigenschaften zu nennen. Umso wichtiger, dass Sie Ihre Jobwechsel im Lebenslauf richtig erklären. So geht’s…

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind nichts Ungewöhnliches mehr. Im Gegenteil, wer mehr verdienen oder aufsteigen will, kommt an einer Luftveränderung bisweilen nicht vorbei.

Trotzdem sind Jobwechsel im Rahmen einer Bewerbung delikat. Sie können ein Makel sein. Insbesondere dann, wenn sie allzu häufig vorkommen. Aber wie viele Jobwechsel sind zu viele?

Eine klare Antwort darauf gibt es freilich nicht. Viele Einzelfaktoren spielen eine Rolle. Prinzipiell ist nicht unbedingt die Häufigkeit von Stellenwechseln ein Problem für Personaler, sondern oft die Frequenz. Wer immer schnell weitergezogen ist, muss sich im Vorstellungsgespräch unangenehme Fragen gefallen lassen:

  • Konnten Sie sich nicht ins Team integrieren?
  • Waren Ihre Leistungen unbefriedigend?
  • Hat es an der Durchsetzungsfähigkeit gehapert?
  • Geben Sie schnell auf, wenn die See rauer wird?
  • Oder sind Sie einfach nur ein sprunghafter Typ, der sich an nichts und niemanden länger binden kann oder will?

Es ist grundsätzlich Ihr gutes Recht, ein launischer und unsteter Mensch zu sein. Aber es ist eben auch das Recht eines Unternehmens, so einen Mitarbeiter nicht einstellen zu wollen. Außerdem müssen diese Vorurteile ja nicht stimmen. Problematisch ist aber, wenn Sie als Bewerber diesen Eindruck erwecken.

Prinzipiell gilt: Ein Jobwechsel nach drei bis fünf Jahren im Job ist völlig unbedenklich. In dieser Zeit haben Sie sich im Unternehmen etabliert, weiterentwickelt, eigene Spuren hinterlassen. So unfähig können Sie jedenfalls nicht gewesen sein.

Hingegen wirft ein Jobwechsel nach sehr kurzer Verweildauer – nach sechs oder zehn Monaten, nach einem oder zwei Jahren – möglicherweise Fragen auf. Tauchen diese schnellen Jobwechsel im Lebenslauf häufiger auf, gilt man schnell als Jobhopper

Jobwechsel im Lebenslauf: Hintergründe

Jeder Jobwechsel ist anders. Die Hintergründe unterscheiden sich, die Rahmenbedingungen, die Erfahrungen und Ziele. Hier sind 4 Aspekte, die Sie beachten sollten, wenn es darum geht, Ihre Jobwechsel im Lebenslauf zu begründen:

  • Zeitpunkt

    Es ist logisch, dass junge Beschäftigte häufiger ihren Job wechseln als ältere. Sie sind oft noch in der Orientierungsphase, haben ihren Platz in der Arbeitswelt noch nicht gefunden, aber gleichzeitig sehr viele Alternativen. Auch erhält man als Berufseinsteiger oft nur befristete Verträge.

    Darum sind häufige Jobwechsel zu Beginn der Karriere absolut normal und legitim. Sie müssen also keine Angst haben, dass Sie der Personaler für einen egoistischen Job-Hopper hält. Diese Gefahr steigt allerdings an, wenn sich Ihre vielen Jobwechsel bis tief ins Erwerbsleben hinein fortsetzen….

  • Verhältnis

    Oft passt es einfach nicht. Die Möglichkeit, in der Probezeit die Zusammenarbeit schnell wieder zu beenden, kann für beide Seiten ein Segen sein. Kein Problem!

    Verdacht erregen Sie erst dann, wenn Ihr gesamter Lebenslauf mit sehr kurzen Anstellungen von weniger als einem Jahr gefüllt ist. Der Personaler wird an Ihrer Teamfähigkeit oder Ihren Kompetenzen zweifeln – oder beidem.

    Es kommt vor allem auf das Mengenverhältnis an. Reiht sich also eine Kurzanstellung an die nächste, wird es kritisch. Kommen aber auf einen Rauswurf in der Probezeit zwei oder drei Anstellungsverhältnisse von mehreren Jahren, ist das für die meisten Unternehmen völlig in Ordnung.

  • Gründe

    Häufige Jobwechsel im Lebenslauf können vielfältige Hintergründe haben. Vielleicht waren beim ersten familiäre Gründe ausschlaggebend – ein Umzug etwa. Und beim zweiten Mal eine berufliche Neuorientierung. So können mehrere Zufälle zusammengenommen ein unschönes Mosaik ergeben.

    Wenn Sie aber einen Jobwechsel sauber erklären, ergibt das Bild Sinn. Darum kann es im Ausnahmefall sinnvoll sein, auf die Hintergründe eines Jobwechsels schon im Lebenslauf einzugehen. Ein guter Grund macht Ihren Jobwechsel für den Personaler nachvollziehbar.

  • Branche

    In bestimmten Branchen gehören viele Jobwechsel zum guten Ton. In anderen wechselt man nur selten den Arbeitsplatz oder Arbeitgeber.

    Viele verschiedene Jobs in kurzer Zeit sammeln naturgemäß Zeitarbeiter an, aber auch IT-Experten und Ingenieure, die freiberuflich arbeiten. In der Gastronomie, der Beratungs- und Medienbranche ist die Fluktuation Erhebungen zufolge deutlich höher als in anderen Bereichen der Wirtschaft. Auch Software-Entwickler hält es selten Jahre oder gar Jahrzehnte in einer Anstellung.

    Weniger sprunghaft geht es dagegen im Gesundheits- und Rechtswesen zu, in der öffentlichen Verwaltung, dem verarbeitenden Gewerbe und der Immobilienbranche.

Jobwechsel im Lebenslauf begründen

Häufige Jobwechsel im Lebenslauf sind Ladenhüter im Supermarkt-Regal. Keiner will sie haben, verkaufen kann man sie aber trotzdem – wenn man sie geschickt bewirbt. Sie können Ihren Lebenslauf IMMER in ein gutes Licht rücken – auch wenn die vielen Jobwechsel einen Schatten werfen.

6 Tipps für Bewerber: So können Sie Jobwechsel im Lebenslauf begründen

  1. Zeitangaben abwandeln

    Zunächst sollten Sie häufige Jobwechsel im Lebenslauf nicht unnötig betonen. Schon gar nicht sollten Sie sie im Anschreiben von sich aus thematisieren. Keine schlafenden Hunde wecken!

    Ein beliebter Trick: Verzichten Sie im Lebenslauf auf die Monatsangaben. Natürlich kann der Kniff im Vorstellungsgespräch Rückfragen provozieren – aber so weit müssen Sie ja erstmal kommen.

  2. Erklärungen hinzufügen

    Sie können im Lebenslauf hinter einer Station in Klammern kurz den Grund für den Wechsel angeben. Beispiele: Firmenfusion, Geschäftsaufgabe wegen Corona oder interne Umstrukturierung.

    Dies sollten Sie aber nur machen, wenn die Gründe nicht in Ihrer Macht lagen – wie das etwa bei einem Konjunktureinbruch infolge einer Pandemie der Fall ist. Bei für Sie unvorteilhaften Gründen (Kündigung wegen Erfolglosigkeit etc.) lassen Sie sie lieber weg.

  3. Lücken lassen

    Wenn Sie extrem viele Stationen aufzuweisen haben, können Sie auch einfach die eine oder andere im Lebenslauf weglassen.

    So entstehen zwar die berüchtigten Lücken im Lebenslauf. Aber diese lassen sich vielleicht besser erklären als die übermäßig zahlreichen Stellenwechsel. Außerdem rufen kurze Lücken von wenigen Monaten vielleicht nicht einmal das Aufsehen des Personalers hervor.

  4. Projekte zusammenfassen

    Ähnliche Stellen und Projekte können Sie im Lebenslauf zusammenfassen. Sie schreiben also links den Zeitraum und sammeln rechts die einzelnen Projekte.

    Diese Taktik bietet sich insbesondere für Beschäftigte an, die zahlreiche Projektarbeiten in kurzer Abfolge hintereinander haben, zum Beispiel IT-Freelancer. Die einzelnen Aufträge erklären Sie kurz mit Stichpunkten. Dadurch wirken die vielen kurzen Engagements wie ein großes und Ihr Lebenslauf gleich viel runder.

  5. Highlights setzen

    Eine beliebte Strategie: Wenn Sie viele Stationen im Lebenslauf stehen haben, dann sollten Sie die für Sie vorteilhaftesten aufwerten.

    Dies gelingt, indem Sie die relevanten Stationen näher mit Stichworten erläutern und beschreiben, die anderen aber nicht. Wenn Sie außerdem mit Fettungen und optischen Hervorhebungen arbeiten, wird die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die „guten“ Stationen gelenkt.

  6. Netzwerke nutzen

    Speziell für Job-Hopper könnte es eine lohnenswerte Strategie sein, im eigenen Netzwerk auf Stellensuche zu gehen.

    Die eigenen Freunde und Bekannten sind mit der persönlichen Situation oftmals vertraut, kennen die Hintergründe und können Ihre vielen Jobwechsel richtig einschätzen.

Jobhopping Vorteile

Wer seine vielen Jobwechsel selbst als Makel begreift, gerät nicht selten unter Rechtfertigungsdruck. Während manchen Personalern dieser Fakt völlig egal ist, glauben manche Bewerber, sie müssten sich entschuldigen. Legen Sie den Fokus im Anschreiben NICHT auf Ihre vielen Jobwechsel. Sie wollen sich bewerben, nicht rechtfertigen!

Stellen Sie lieber Ihre Stärken nach vorne. übrigens auch auch, wenn Sie wirklich jedes Mal in der Probezeit rausgeflogen sind. Selbst dann verfügen Sie über Stärken, Skills, Talente, die Ihnen im neuen Job möglicherweise über die Schwelle helfen. Zeigen Sie, warum Sie jetzt und hier der richtige Mann oder die richtige Frau für den Job sind.

Es fängt bei der eigenen Einstellung an. Sehen Sie Ihre Jobwechsel als Chance und nicht als Schwäche. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Aber Vorteile gibt es sehr wohl, sehr viele. Sie haben schon viele Unternehmen, Persönlichkeiten und Branchen kennengelernt, einen großen Erfahrungsschatz, den andere nicht haben. Jobwechsel sind immer auch mit einem Lernprozess verbunden – Pluspunkt!

Aber: Nicht die Jobwechsel an sich sind es, die Sie als Plus verkaufen sollen, sondern die damit verbundenen Skills und Horizonterweiterungen.

Das sind die größten Vorteile von Jobhoppern:

  • Sie sind Macher-Typen

    Jobhopper reden nicht nur, träumen nicht nur, fordern nicht nur. Sie handeln. Sind sie mit Ihrem Job unzufrieden oder den Rahmenbedingungen, ziehen sie weiter.

    Natürlich können schnellen Jobwechseln auch unrealistische Erwartungen zugrunde liegen. Grundsätzlich aber spricht Jobhopping sehr wohl für Macher-Qualitäten. Anpacken und agieren statt abwarten und reagieren.

    Sie sollten in der Bewerbung allerdings glaubwürdig vermitteln, warum welcher Jobwechsel zum jeweiligen Zeitpunkt logisch und konsequent war.

  • Sie sind flexibel

    Festgefahren und starr – zwei Unwörter in der heutigen Arbeitswelt. Wer häufig wechselt, scheint flexibel zu sein. Er oder sie muss sich stets an neue Gegebenheiten anpassen und sich gewissermaßen neu erfinden.

    Sie haben schon viele Teams, Abläufe, Prozesse und Projekte kennengelernt und begleitet. Das kann ein großer Vorteil sein – in jedem Fall sollten Sie es als einen verkaufen.

    Darüber hinaus sind Sie nicht bequem. Sie haben sich NICHT gemütlich in Ihrer Komfortzone eingerichtet, sondern immer wieder neue Herausforderungen angenommen. Ob freiwillig oder unfreiwillig, spielt dabei gar keine so große Rolle.

  • Sie sind breit aufgestellt

    Viele Wechsel, viele unterschiedliche Erfahrungen. All die Eindrücke kann ein Arbeitnehmer, der sein Leben lang nur für einen Arbeitgeber malocht, zwangsläufig gar nicht sammeln.

    Ein großer Erfahrungsschatz hilft – zum Beispiel dabei, Zusammenhänge richtig zu deuten und einzuordnen oder Entscheidungen zu treffen. Das dürfen Sie in Ihrer Bewerbung genauso so sagen. Der Erfahrungsschatz begünstigt mitunter auch die Innovationsfreude. Jobhopper transferieren viele frische Ideen von einem Arbeitsplatz an den nächsten.

    Und Sie haben einen Makro-Blick entwickelt, wenn Sie bei verschiedenen Unternehmen tätig waren. Was ist allen wichtig, was kommt bei niemandem gut an? Möglicherweise sind Sie sogar zum Brancheninsider mutiert, weil Sie so viele Stationen durchlaufen haben.

  • Sie haben große Netzwerke

    Ein großes Netzwerk an Kontakten hilft im Berufsleben ungemein. Es ist zudem ein Argument, mit dem Sie im Vorstellungsgespräch Punkte sammeln können.

    Kontakte helfen bei der Suche nach Geschäftspartnern, Lieferanten, Kunden, Mitarbeitern. Wer viele Menschen in vielen Unternehmen kennt – und diese bei Bedarf aktivieren kann – hat Vorteile.

  • Sie verdienen mehr Geld

    Für viele Berufstätige sind Gehaltssprünge nur bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes möglich. Mehr als drei bis fünf Prozent sind bei internen Gehaltsrunden oft nicht drin, beim Jobwechsel steigt das Potenzial teilweise auf zehn bis 20 Prozent.

    Wer häufig und strategisch clever den Job wechselt, verdient nach einigen Jahren deutlich mehr als Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Position.

[Bildnachweis: Blackregis by Shutterstock.com]

/></p>

	        
			        	
			<div class=

Diesen Artikel weiterempfehlen:

Diese Artikel fanden andere Leser interessant: