Schriftarten in der Bewerbung: Diese sollten Sie wählen

Schriftarten in der Bewerbung sind in der Regel nichts, über das sich Bewerber den Kopf zermartern. Mit den klassischen Schriftarten können Bewerber ja im Grunde nichts falsch machen. Aber welche Schriftgröße ist die richtige? Und kann man sich mit Times New Roman von der Konkurrenz abheben? Nein, das wohl nicht. Wer aus der Masse hervorstechen will, muss wohl doch auf andere Schriftarten in der Bewerbung zurückgreifen…

Schriftarten in der Bewerbung: Warum sind sie wichtig?

Aus dem Jahr 2008 stammt eine der bekanntesten Studien zum Thema. Damals präsentierte die Psychologin Dawn Shaik 185 Probanden Lebensläufe, die inhaltlich identisch waren – in punkto Schriftarten aber große Unterschiede aufwiesen. Danach sollten die Studienteilnehmer den Bewerbern Charaktereigenschaften zuweisen.

Ergebnis: Die verschiedenen Schriftbilder sorgten dafür, dass die Bewerber als unterschiedlich erfahren, professionell, reif, kompetent und vertrauenswürdig eingestuft wurden.

Das bedeutet: Die Wirkung von Schriftarten in der Bewerbung sollten Bewerber keinesfalls unterschätzen. Sie könnte im Zweifel den Ausschlag über ein OK oder ein Nein, danke geben.

Natürlich hängt viel von persönlichen Geschmäckern ab – und von Trends und Modeerscheinungen. Ein klares Richtig oder Falsch kann es in Bezug auf Schriftarten in der Bewerbung kaum geben. Zumindest aber sollte man als Bewerber ein Auge darauf haben und das Thema nicht gänzlich beiseite wischen…




Schriftarten in der Bewerbung: Welche ist die richtige?

Die einen halten Times New Roman für eine Universalwaffe, für die anderen ist sie einfach nur altmodisch und langweilig. Das Gleiche ließe sich über Arial sagen, das oft in Geschäftsbriefen verwendet wird. Die Meinungen über Schriftarten gehen auseinander, so viel steht fest.

Brian Hoff, Chef einer Designagentur, betitelte die Times New Roman im US-Fernsehen sogar einmal als „Jogginghose unter den Schriftarten“. Begründung: Ihre Wahl zeige, dass sich der Bewerber keinerlei Gedanken über die richtige Schriftart gemacht habe. Es stimmt ja auch: Wer es sich leicht machen will, wählt Times New Roman. Das könnte man streng genommen als geistige Faulheit auslegen.

Ob jeder Personaler dies ebenfalls so sieht, ist allerdings fraglich. So manchem wird eine seriöse Allzweckwaffe wie Times New Roman lieber sein als eine ultra-kreative Feder.

Und dennoch: Wer eine spezielle Schriftart in der Bewerbung wählt, kann sich von den anderen Kandidaten abheben und dem Personalbüro signalisieren, dass er sich bis ins kleinste Bewerbungsdetail Gedanken gemacht hat. So viel Sorgfalt, Genauigkeit und Detailverliebtheit müssen doch einfach belohnt werden, oder?

Also nochmal: Greifen Sie in der Bewerbung gerne auf Arial oder Times New Roman zurück. Die Wahrscheinlichkeit, damit etwas falsch zu machen, ist äußerst gering. Aber wenn Sie mögen, dann versuchen Sie es auch mal mit einer Alternative.

Dabei muss es sich nicht einmal zwingend um Schriftarten handeln, die in Ihrer Standard-Textverarbeitung wie Word oder Open Office vorhanden sind. Sie können auch einfach im Gratis-Pool der Google Fonts stöbern, in dem es Hundere Schriftarten gibt.

Sie könnten es zum Beispiel mit diesen zwei Serifenschriften versuchen:

  • Lusitana
  • PT Serif

Oder mit diesen zwei serifenlosen Schriften:

  • Alegreya Sans
  • Josefin Sans

Schriftarten in der Bewerbung: Welche nicht verwenden?

Folgen Sie bitte stets dem inoffiziellen Design-Gesetz: Form follows Function. Die schönste Optik bringt nichts, wenn sie die Übersichtlichkeit oder Struktur Ihrer Bewerbung zerstört. Sich optisch vom Rest abheben? Ja, gerne. Auffallen um jeden Preis? Auf keinen Fall.

Wenn der Personaler vor lauter Schnörkeln und Verzierungen gar nicht mehr weiß, wo er hingucken soll, dann werden Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Denn es gibt auch sehr viele Schriftarten, die in formellen Schreiben unangenehm auffallen, weil sie zu verspielt und schnörkelig und unseriös sind. Dazu zählen beispielsweise:

  • Comic Sans
  • Casual
  • Lobster Two
  • Courier
  • Bernard
  • Impact

Bewerbung: Welche Rolle spielt die Optik?

Eine gar nicht so geringe. Für den Erfolg einer Bewerbung sind die Inhalte sicherlich wichtiger. Aber unterschätzen Sie bitte die Wirkung der Optik nicht.

Die Ruhr-Universität Bochum fand in einer Umfrage heraus, dass die Optik von Anschreiben und Lebenslauf für zwei Drittel der Personaler ein wichtiges Entscheidungskriterium darstellt. Demgegenüber fanden aber nur 16 Prozent der Befragten die Optik der Bewerbungsmappen, die bei ihnen auf dem Tisch landen, optisch gelungen.

Wichtig ist den Personalverantwortlichen zudem eine Formatierung nach DIN 5008 und ein Anschreiben, das nicht länger als eine Seite und frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern ist. Beim Lebenslauf wiederum ist die Übersichtlichkeit entscheidend.

Schriftarten in der Bewerbung: Die wichtigsten Regeln

Es sollte eigentlich ein klares No-Go sein, aber dennoch kommt ein Fehler immer wieder vor. Merken Sie sich als Top-Regel: Die Schriftart sollte in der gesamten Bewerbung dieselbe – also einheitlich in Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Deckblatt, Dritte Seite und/oder Motivationsschreiben – sein. Es zeugt von mangelnder Sorgfalt, wenn Sie das Anschreiben in Arial verfassen, den Lebenslauf aber in Times New Roman. Und: Das Ganze bitte stets Schwarz auf Weiß.

Eine wilde Mischung ist nichts, das überzeugt. Das gilt auch für den Inhalt. Personaler mögen es, wenn es so etwas wie einen roten Faden gibt.

Es gibt aber Ausnahmen: So können Sie für die Schriftarten, die Ihre ehemaligen Schulen, Unis oder Arbeitgeber auf ihren Zeugnissen verwendet haben, nichts. Unterschiedliche Zeugnisse, unterschiedliche Schriftarten – das ist nicht zu ändern.

Zusammengefasst: Der Inhalt ist die Pflicht, die Optik die Kür. Und die Schriftart ist ein kleiner, aber feiner Bestandteil Ihrer Kür. Um in der Eiskunstlaufsprache zu bleiben: Hier können Sie ein paar Zehntelpunkte herausholen – wer weiß, vielleicht sind es ja die entscheidenden.

Bei der Wahl der Schriftarten in der Bewerbung achten Sie am besten auf diese Aspekte:

  • Lesbarkeit

    Auch hier soll noch einmal an das schlaue Credo Form follows function erinnert werden. Ihre Schrift sollte vor allem gut lesbar sein. Eine Schriftart, die der Leser nur mühsam entziffern kann, bringt fette Minuspunkte und wird ihm die Zornesfalten auf die Stirn treiben. Verzichten Sie also in der Bewerbung auf Designschriften oder solche mit sehr vielen Schnörkeln.

    Besser sind sogenannte Serifenschriften, weil sie die Buchstaben dezent miteinander verbinden und damit den Lesefluss verbessern. Serifenlose Schriftarten sind das Gegenstück dazu. Sie werden auch als „groteske Schriften“ bezeichnet. Kurze, prägnante Überschriften können mit ihnen gut abgebildet werden.

    Hier sind einige der beliebtesten Serifenschriften:

    • Times Book Antiqua
    • Cambria
    • Courier
    • Georgia
    • Times New Roman

    Hier sind einige der beliebtesten serifenlosen Schriften:

    • Arial
    • Helvetica
    • Calibri
    • Tahoma
    • Trebuchet
    • Verdana
  • Seriosität

    Die Klassiker heißen Arial und Times New Roman. Sie sehen möglicherweise langweilig aus, aber eben auch professionell und seriös. Nichts falsch machen können Sie damit insbesondere dann, wenn Sie sich in konservativen Branchen bewerben. Dann greifen Sie auf eine klassische, nüchterne Schriftart zurück.

    Wenn sie sich dagegen für einen modernen oder kreativen Job bewerben, können Sie es ach mit einer ausgefallenen Schriftart versuchen. Das ist wohlgemerkt ein Kann, kein Muss.

  • Verbindung

    Unternehmen verfügen heute in der Regel über ein Corporate Design. Das heißt, sie stimmen Logo, Unternehmensfarben und Schriftarten genau aufeinander ab. Unzählige Vorgaben, damit die Firma ein professionelles und einheitliches Bild nach außen abgibt. In manchen Fälen können Sie das für sich nutzen – indem Sie die Schriftart des Unternehmens in Ihrer Bewerbung verwenden.

    Oder eine Typo, die zum Unternehmen passt. So schaffen Sie ganz subtil eine direkte Verbindung, suggerieren, dass Sie schon dazugehören. Dem Corporate Design eines Unternehmens können sie auf dessen Webseite nachstöbern.

  • Verfügbarkeit

    Möglich, dass sie eine ausgefallene Schriftart gewählt haben, die beim Empfänger gar nicht verfügbar ist. Das ist vor allem bei Online-Bewerbungen problematisch. Die Bewerbungsunterlagen sehen dann zerschossen aus – das gibt Minuspunkte sogar dann, wenn Sie bei der Bewerbung hochprofessionell zu Werke gegangen sind.

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Schriftarten: In welcher Schriftgröße?

Auch in Bezug auf die Schriftgröße gilt: Es gibt kein ehernes Gesetz, sondern kommt auf Geschmack und Common Sense an. Wer sich in einer Werbeagentur bewirbt und auffallen will, darf es gerne mit einer XL-Größe probieren. Grundsätzlich gilt ohnehin: Lieber zu groß als zu klein, andernfalls leidet die Lesbarkeit. Und außerdem…

  • sind nicht alle Personaler mit Adleraugen gesegnet.
  • wirkt Kleingedrucktes kleinlich und erinnert womöglich an AGB. Und die will wirklich keiner lesen.

Sehr große Schriften indes wirken oft kindisch oder clownesque. Am besten also, Sie orientieren sich an der Standard-Größe von 12 Punkt. Das ist die gebräuchlichste und perfekt lesbar ist sie auch.

Aber es gibt schon wieder ein kleines Problem: Denn nicht jede Schriftart ist in Schriftgröße 12 gleich groß. Es kommt also erneut auf die Schriftart an, die Sie verwenden.

Was Sie machen können, um origineller und individueller aufzutreten: Experimentieren Sie mit der 11-13-15-Regel. Die funktioniert so:

  • 11 Punkt

    Ihren gesamten Fließtext verfassen Sie in Größe 11. Dazu zählen Anschreiben sowie längere Textpassagen im Lebenslauf. Nehmen Sie dafür eine Schrift mit Serifen.

  • 13 Punkt

    In dieser Größe schreiben Sie ausschließlich das Datum, den Absender, die Adressen und Zwischenüberschriften – auch im Lebenslauf. Groteske Schriften bieten sich dafür an.

  • 15 Punkt

    Ihr Name ist es, der sich in das Kleinhirn des Leser einbrennen soll. Darum schreiben Sie ihn im Kopf jeder Seite extra-groß in Schriftgröße 15. So sticht er hervor und bleibt in Erinnerung. Verwenden Sie dafür eine serifenlose Schrift.

Wenn Sie sich jetzt fragen, warum Sie ausgerechnet diese krumme Größen nutzen sollten, dann lautet die Antwort ganz einfach: Weil diese Größen außergewöhnlich sind. Die Mehrheit folgt dem Schema 12-14-16. Darum werden Sie mit 11-13-15 eher auffallen.

Darüber hinaus können Sie das Schriftbild mit Kursiven und Fettschriften auflockern. Aber bitte nicht willkürlich einsetzen, sondern systematisch – zum Beispiel alle Monatsabgaben fett schreiben.

[Bildnachweis: Undrey by Shutterstock.com]

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